Die Sache mit dem Naseputzen: Niesen-Knigge

Erfahren Sie vom zertifizierten Knigge-Experten Michael Mayer, wie Sie (nicht nur) in der kalten Jahreszeit stilvoll mit Niesen, Husten und Co. umgehen und Fettnäpfchen vermeiden.

„Gesundheit“ ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Verhaltensweisen.

Im Mittelalter hatten die Menschen mit der Pest zu kämpfen und wünschten sich selbst „Gesundheit“, wenn eine andere Person niesend an ihnen vorbeiging – sie beschworen sich sozusagen selbst in der Hoffnung, die Krankheit von sich fernzuhalten. Im Laufe der Jahrhunderte fand eine Umdeutung statt und man bedachte nun den Kranken mit dem Ausruf, damit er schnell wieder gesund werde. Das hat sich in unserer Gesellschaft und Erziehung so stark etabliert, dass wir jedem, der niest, (in der Regel) ganz unbewusst „Gesundheit“ zurufen – ob andere das nun wollen oder nicht.

Einen Betroffenen nicht noch zusätzlich auf seine Erkrankung aufmerksam machen

Dass er/sie erkältet ist, weiß der/die Betroffene selbst. Also brauchen Sie das bei der Person auch nicht mit einem „Gesundheit“ in Erinnerung rufen – zumal Sie dann die Aufmerksamkeit umstehender Personen auch noch darauf lenken. Das führt manchmal zu einer wahren „Orgie“ aus wechselseitigem „Gesundheit“- und „Danke“-Sagen und muss einfach nicht sein, weil es niemandem weiterhilft. Andere Körpergeräusche werden schließlich (vernünftigerweise) auch nicht kommentiert!