Kniggeregeln Du und Sie

Ohne Fettnäpfchen das „DU“ anbieten – mit den passenden Knigge-Regeln klappt es

Der zertifizierte Knigge-Experte Michael Mayer verrät Ihnen im zweiten Teil des zweiteiligen Blogartikels, worauf es vor allem beim Duzen von Kollegen und Vorgesetzten ankommt – für Ihr stilsicheres Auftreten auf gesellschaftlichem und geschäftlichem Parkett!

Kniggebenefit

Auf den Kontext achten: Beruflich und privat sind nicht dieselben Paar Stiefel

Der Wechsel vom SIE zum DU ist weder im Privatleben noch auf dem geschäftlichen Parkett einfach – zumal viele verschiedene (angebliche) Leitlinien kursieren. Ob gesiezt oder geduzt wird, hängt von verschiedenen Umständen und Umgebungen ab. Im Arbeitsplatz gilt: Beobachten Sie gerade zu Beginn einer neuen Tätigkeit immer genau, wer wen duzt oder siezt – daraus können Sie wichtige Schlüsse für das eigene Verhalten und das weitere Vorgehen ziehen.

Privat entscheidet die Dame

Findet ein Gespräch in privater Umgebung statt, gilt im Allgemeinen die Regel:

„Die Frau hat das Vorrecht und bietet dem Herrn das DU an.“

Das gilt übrigens auch für die Begrüßung: Die Dame macht den ersten Schritt und streckt dem Herrn die Hand entgegen – nicht umgekehrt

Michael Mayer_Knigge

Mein Tipp:

Eine Ausnahme gibt es – wenn der Herr wesentlich älter ist als die Dame, hat er als der Ältere das Vorrecht gegenüber der Jüngeren.

„Ladies first“ gilt im Beruf nicht mehr

Im Geschäftsleben gilt: Die Frau darf das DU anbieten – aber nur, wenn sie die Höhergestellte ist. Die traditionellen Vorrechte, die Frauen früher genossen, sind passé. Im Geschäftsleben hat die Emanzipation Einzug gehalten – deshalb steht der Rang einer Person über dem Geschlecht einer Person:

„Der/die Ranghöhere bietet das DU an.“

Mein Tipp:

Bieten Sie niemals einem Chef von sich aus das DU an – das gilt als respektlos und ist ein richtiger Affront!

Umgang mit Kollegen:

Während es für den Umgang mit dem Chef eindeutige Vorgaben für die richtige Verwendung von Anredeformen gibt, gestaltet sich die Kommunikation mit Kollegen auf Augenhöhe manchmal schwieriger.

Gerade für diesen Bereich macht der Besuch eines „Business-Etikette“ Seminars Sinn!

Erster Arbeitstag

Buchtipp:

„Knigge modern“ – Dr. Hans-Michael Klein – Cornelsen Verlag

Siezen für ein Gefühl der Sicherheit

Grundsätzlich ist beim Anbieten des DU viel Fingerspitzengefühl gefragt. Zwingen Sie diese Anredeform niemandem auf, das kann die andere Person in eine Zwickmühle bringen – leider ist das häufiger der Fall. Ist ein DU erst einmal erteilt, lässt es nicht mehr rückgängig machen.

Niemand muss sich für ein Nein rechtfertigen und ein Gesprächspartner hat diese Entscheidung zu akzeptieren. Falls Sie das DU ablehnen möchten, aber nicht die Möglichkeit dazu erhalten, können Sie sich taktvoll aus der Affäre ziehen: „Es freut mich, dass Sie mir so viel Vertrauen entgegenbringen und mir das DU anbieten. Im Job duze ich aber generell nicht und möchte das auch weiterhin so handhaben.“

So schaffen Sie klare Verhältnisse und Ihr Gegenüber wird nicht mit einem einfachen „Nein, ich möchte das nicht“ eventuell brüskiert zurückgelassen

Mein Tipp:

Wenn Sie von sich aus zum Duzen übergehen wollen, bieten Sie Ihrem Gegenüber ein Hintertürchen an: „Wir können auch gerne beim Siezen bleiben, wenn Sie das nicht möchten.“ So kann die andere Person elegant und ohne große Erklärungen Nein sagen, falls ihr das SIE lieber ist.

Business-Etikette gegen Missverständnisse

Knigge-Regeln und Business-Etikette schaffen Ordnung und Klarheit im Alltag wie im Beruf. In einem meiner Kniggeseminare gebe ich Ihnen das nötige Rüstzeug in die Hand, um Ihren beruflichen Alltag stilsicher und mit Bravour zu meistern. In der Gruppe erhalten Sie wichtige Informationen zu den relevantesten Business-Themen wie Dresscode, das Geheimnis guten Benehmens, gelungener Kommunikation (z.B. E-Mail-Knigge) und moderne Helfer. Melden Sie sich gleich bei mir – ich stehe Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

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