Michael Mayer Knigge-Experte

Emojis in E-Mails – sinnvolle Ergänzung in der Geschäftskorrespondenz?

Erfahren Sie vom zertifizierten Knigge-Trainer Michael Mayer, was es beim Gebrauch von Emojis in E-Mails zu beachten gibt – für Ihre stilvolle Kommunikation!

Emoticons – ein Alltagsphänomen

Oft praktisch, bunt und lustig anzusehen:
Wer per SMS oder Chat kommuniziert, stolpert heutzutage unweigerlich über Smiley und Co. Für viele gehören die Emojis im Jahr 2018 zum Leben ganz einfach dazu. Deshalb verbreiten sie sich auch in Bereichen, die bis vor kurzem noch tabu waren – wie z.B. in der Geschäftskorrespondenz.

Zu diesem aktuellen Thema durfte ich neulich bei RTL Hessen Stellung nehmen – und möchte Sie nun an der Frage teilhaben lassen, ob ein Emoticons in E-Mails angebracht sind oder nicht

Am Anfang war die Zeichenkombination

Wer das Phänomen „Emoji“ bzw. „Emoticon“ verstehen will, muss einen Blick auf deren Geschichte werfen. Beide Begriffe werden gerne synonym verwendet, bedeuten aber eigentlich nicht dasselbe.

Ein Emoticon ist eine Kombination aus Buchstaben, Sonder- und Satzzeichen, z.B. (^o^) oder der klassische Smiley :) und waren schon Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Begriff „Setzerscherze“ bekannt. Emoticons sind demnach als Vorläufer der heutigen Emojis zu sehen.

In ihrer heutigen Form entstanden letztere Ende der 1990er Jahre in Japan. Verschiedene japanische Telefongesellschaften griffen sie mangels urheberrechtlichen Schutzes schnell auf und entwickelten Emoji-fähige Geräte – so begann der Siegeszug der lustigen Zeichen.

Smileys, Daumen usw. – eine wahre Erfolgsgeschichte

Welche Bedeutung sie mittlerweile im Leben vieler Menschen haben, zeigt folgender Umstand:

Das Emoji („Gesicht mit Freudentränen“; engl. Face with Tears of Joy) bekam 2015 von Oxford University Press den Titel „Wort des Jahres“ verliehen, mit folgender Begründung:
Es könne als „nuancierte Ausdrucksform (…) Sprachbarrieren überwinden“ (nachzulesen unter Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Emoji). Insofern verwundert es nicht, dass sich die Emojis in alle Lebensbereiche ausbreiten.

Hinweis: In diesem Artikel verwende ich beide Begriffe ohne Bedeutungsunterschied, da beide Zeichentypen in der schriftlichen Kommunikation mit derselben Absicht (Textinhalt auflockern, Gefühle des Empfängers in eine bestimmte Richtung lenken usw.) Verwendung finden.

Immer auf den Kontext achten

Grundsätzlich ist zwischen privater und geschäftlicher Korrespondenz zu unterscheiden. Wie Sie in Ihrer Freizeit E-Mails, SMS und anderweitige Textnachrichten gestalten, bleibt Ihnen überlassen. Verfassen Sie eine geschäftliche E-Mail, sieht die Sache anders aus: In diesem Fall vertreten Sie ein Unternehmen und haben auf dessen Ruf zu achten – der E-Mail-Knigge bietet Ihnen wertvolle Informationen für eine stilvolle Kommunikation.

Mein Tipp: Bleiben Sie in jeder Situation höflich – Sie möchten schließlich auch respektvoll behandelt werden! Verwenden Sie ein Emoji daher immer mit Bedacht, um Fettnäpfchen zu vermeiden, und vergessen Sie nicht, dass nicht jeder die Bedeutung der Zeichen kennt.

Emojis überall – aber überall sinnvoll?

Über den Sinn und Unsinn von Emoticons lässt sich munter diskutieren. Tatsache ist, dass sie auch in förmlichen E-Mails immer mehr Einzug halten – deshalb lohnt es sich, einen kurzen Blick auf die Argumente der Befürworter und Gegner zu werfen.

Privat ja, geschäftlich nein

Nicht wenige Leute (vor allem auch ältere) vertreten die Meinung, dass Emoticons unsachlich seien und auf Geschäftsbasis nichts zu suchen hätten – sie lehnen diese Zeichen in förmlichen E-Mails kategorisch ab. Andere beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn ihnen am Firmenlaptop ein Smiley entgegenzwinkert – und sie liegen mit ihrem Gefühl nicht falsch.

Nicht jeder Empfänger kennt die Bedeutung der Symbole – dadurch können Missverständnisse entstehen. Eine präzise und knappe Formulierung jedoch ist die Grundlage der Korrespondenz und sorgt für eine funktionierende Geschäftsbeziehung.
Deshalb rate ich ausdrücklich vom Einsatz von und ab.

Mein Tipp:

Gut möglich, dass sich die bunten Symbole in einigen Jahren wirklich durchgesetzt haben werden, aber bis dahin gilt: Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, beschränken Sie den Gebrauch der bunten Symbole auf den privaten Bereich.

Erster Arbeitstag

Kompetenz in allen Lebenslagen

Der äußere Eindruck zählt: Deshalb ist ein stilvoller Auftritt nicht nur im Berufsleben, sondern auch auf dem gesellschaftlichen Parkett sozusagen die Eintrittskarte zum Erfolg – gerade für Personen des öffentlichen Lebens.

Als Mitglied des Vorstands der Deutschen Knigge-Gesellschaft bin ich mit den aktuellen Knigge- und Business-Etikette-Regeln bestens vertraut und gebe mein Wissen gerne an Sie weiter. Buchen Sie eines meiner Kniggeseminare und erhalten Sie wertvolle Tipps zu Umgangsformen, Dresscode, gelungenem Smalltalk und Umgang mit modernen Helfern (Smartphone, Laptop usw.) – für Kompetenz und Sicherheit in allen Lebenslagen!

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